„Wir stehen für Gemeinschaft – gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung in Gesellschaft und Betrieb

Gesicht zeigen - Stimme erheben

Gegen Ausgrenzung im Betrieb: IG BCE will in den Unternehmen ihrer Branchen Betriebsvereinbarungen gegen Rassismus aushandeln.

IG BCE

Stimme erheben

Der Tod von George Floyd am 25. Mai in Minneapolis, der Tod von Rayshard Brooks in Atlanta haben nicht nur die Welt schockiert, sondern auch das Thema Rassismus wieder in den Fokus gerückt – nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Deutschland. Unter dem Slogan „black lives matter“ wehren sich Menschen auf der ganzen Welt gegen rassistische Übergriffe und Gewalterfahrung.

Auch Deutschland blickt auf eine traurige Bilanz rassistischer und rechtsextremer Gewalttaten, Anschläge und Morde zurück. Vor wenigen Tagen erst fand der Prozessauftakt zum Mord an dem Politiker Walter Lübke statt. Die NSU-Morde, die noch immer nicht vollständig aufgeklärt werden konnten, sind in trauriger Erinnerung. Auch der schreckliche Anschlag in Hanau mit 9 getöteten Jugendlichen, einer davon ein IG BCEMitglied, zeigt, welches Ausmaß Rassismus auch in unserer Gesellschaft angenommen hat.

Rassismus in Deutschland

Für viele Menschen in unserer Gesellschaft gehören Rassismus und Diskriminierung leider zu ihrer Alltagserfahrung. Alltagsrassismus ist auch für viele Kolleginnen und Kollegen ein sehr präsentes Thema. Es geht von verletzenden Kommentaren bis zu rassistisch motivierter Gewalterfahrung. Viele können von diskriminierenden Erfahrungen berichten, wie Problemen bei der Wohnungssuche oder bei Bewerbungsverfahren. Erkennbar ist, dass in den in letzten Jahren die Hemmschwelle gesunken ist, sich in aller Öffentlichkeit rassistisch zu äußern. Gerade in sozialen Medien sehen sich Menschen immer wieder rassistischen oder sexistischen Anfeindungen ausgesetzt.

Unsere Werte: eine offene, solidarische Gesellschaft

Wir in der IG BCE stehen für eine Gesellschaft, die von Offenheit und Solidarität geprägt ist. Unsere demokratischen und gewerkschaftlichen Grundwerte gebieten uns, uns jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzustellen – das ist unsere Pflicht als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter! Wir stehen nicht nur für eine offene und tolerante Gesellschaft ein – wir wollen in unserer Mitte auch Schutz bieten für Menschen, die von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bedroht sind. Wir sind eine Gemeinschaft, in der nicht zählt wie du aussiehst oder woher du oder deine Eltern kommen, sondern wer du bist und wie du dich anderen Menschen gegenüber verhältst. Wir stehen füreinander ein und wollen durch gemeinsame Stärke Sicherheit bieten – das ist die Idee von uns Gewerkschaften. Sicherheit vor Ausbeutung, Sicherheit vor Arbeitsunfällen, aber auch Sicherheit vor Rassismus und Diskriminierung. Unsere Kolleginnen und Kollegen kommen aus 99 Nationen – jeder rassistische motivierte Angriff auf einen von ihnen ist ein Angriff auf uns alle.

Rassismus im Betrieb und Arbeitsplatz

Extremismus und Diskriminierung machen nicht vor den Werkstoren halt. Benachteiligungen aufgrund von rassistischen Ressentiments kommen leider noch immer viel zu häufig vor, sei es durch beleidigende Kommentare oder die Verwehrung einer verdienten Beförderung. Wir Gewerkschaften sind die gesellschaftliche Kraft für die Demokratisierung der Arbeitswelt. Darum kämpfen wir gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Menschenverachtung im Betrieb. In diesen Zeiten wird deutlich, dass wir uns noch intensiver gegen jegliche Benachteiligung und Diskriminierung am Arbeitsplatz einsetzen müssen.

• Wir werden proaktiv auf Unternehmen zugehen und gemeinsam mit unseren Betriebsrätinnen und Betriebsräten Vereinbarungen zum Thema Rassismus und Rechtsextremismus in den Betrieben entwickeln.

• Wir wollen die gläsernen Decken einreißen, die Kolleginnen und Kollegen noch immer begegnen und sie in ihrer beruflichen Entwicklung behindern. Dazu gehören für uns auch diskriminierungsfreie Bewerbungsverfahren.

• Wir erwarten von den Unternehmen, sich hier klar und deutlich zu positionieren. Die HR-Politik muss sich überall an hohen Standards messen lassen. Das werden wir zum Thema machen!

• Wir unterstützen die Forderung, das Demokratiefördergesetz endlich zu verabschieden. Die zivilgesellschaftlichen Initiativen leisten mit Projekten gegen Rechtsextremismus und Rassismus wertvolle Arbeit. Diese Initiativen müssen langfristig und verlässlich gefördert werden.

• Unsere Bildungsarbeit zur Demokratieförderung werden wir weiter ausbauen, Projekte wie „Coole Demokratie“ vorantreiben und ausweiten. 

• Gleichzeitig werden wir in einer Kampagne unsere Stimme erheben für ein demokratisches Miteinander in den Betrieben und in der Gesellschaft. Dabei werden wir nicht anonym bleiben, sondern Gesicht zeigen und deutlich machen: Rassismus hat bei uns keinen Platz!

Wir organisieren den gesellschaftlichen, demokratischen Zusammenhalt.

Wir stehen für Respekt, für Freiheit und Sicherheit.

Wir stehen für Gemeinschaft.

Nach oben