Die Arbeitswelt 4.0 – Frauen.Macht.Zukunft

Bezirksfrauenkonferenz der IG BCE Düsseldorf am 21.11.2020

24 hochmotivierte Frauen diskutierten über die Arbeitswelt der Zukunft und stellten damit die Weichen für die Frauenarbeit des Bezirkes für die kommenden vier Jahre.

Stephen Petrat

Frauen.Macht.Zukunft

In der heutigen Arbeitswelt spielen veränderte Rahmenbedingungen durch die industrielle und digitale Transformation eine große Rolle. Bislang optimierte die Digitalisierung vor allem Prozesse für Unternehmen. Mit dem notwendigen arbeitsrechtlichen und bildungspolitischen Rahmen müssen stärker auch Themen wie der Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit und gute Rahmenbedingungen für mehr Arbeitszeitsouveränität in den Blick genommen werden. Die Entgrenzung von Arbeit und Leben durch eine steigende Arbeitsverdichtung, Stress als Belastungsfaktor und die sich durch Corona weiter beschleunigenden Themen rund um das Mobile Arbeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden ebenfalls in den Blick genommen.

Die Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Betrieben des Bezirkes erarbeiteten sehr engagiert die Schwerpunkte der Frauenarbeit für die kommenden Jahre. Es wurden unter anderem fünf Anträge zu diversen Themen von einzelnen Teilnehmerinnen eingebracht und im Rahmen der Konferenz einstimmig beschlossen. Im Einzelnen sind dies:

  • Kompetenzentwicklung für gewerkschaftliche Kommunikation über das Internet, insbesondere über Social-Media Plattformen
  • Aufhebung der Beschäftigungsgrenzen bei der Brückenteilzeit
  • Jobsharing als Arbeitsmodell der Zukunft stärker in den Blick nehmen
  • Förderung der betrieblichen Regelungen zu mobilem Arbeiten durch die gesetzliche Verankerung einer Verhandlungsverpflichtung
  • Mindestabstandsgebot AT- Einkommen

Einen weiteren Tagesordnungspunkt der Konferenz bildete die Wahl des Bezirksfrauenausschusses. Dieser besteht nun aus 18 ordentlichen Mitgliedern.

„Die Frauenarbeit der IG BCE ist am Puls der Zeit und trifft die Bedürfnisse unserer Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben auf den Punkt genau“, so Yvonne Jones Vorsitzende des BFA Düsseldorf und Vertrauensfrau bei Henkel AG & Co. KGaA.

Nur zustimmen kann diesem Statement Anke Heinisch, Betriebsrätin bei der BASF: „Dass unsere Anträge so gut angekommen sind und wir damit großes Interesse unserer Kolleginnen hervorriefen, ist eine große Anerkennung unserer Arbeit. Die von uns erarbeiteten Anträge bilden die Leitplanken für die Frauenarbeit des Bezirkes Düsseldorf für die nächsten vier Jahre.“

„Wir IG BCE-Frauen haben für die Zukunft viele Ideen und Lösungsansätze, die die Arbeitswelt für alle, Frauen wie Männer gleichermaßen, gut und lebensphasenorientiert gestalten sollen. Zum Beispiel unser Antrag „Aufhebung der Beschäftigtengrenzen bei der Brückenteilzeit“, welcher sich für eine Änderung des § 9a TzBfG ausspricht. Denn hier sehen wir Verbesserungsbedarf für Kolleginnen und Kollegen, die in Betrieben arbeiten (46-200 Mitarbeiter), die unter die sogenannte Zumutbarkeitsgrenze fallen“, betont Jessica Peter, Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei der ASK Chemicals GmbH, Wülfrath.

„Die Sichtweise der Frauen ist ein elementarer Baustein, der die vielen zukunftsweisenden Themen unserer Gewerkschaftsarbeit auszeichnet: Expertinnen aus den Branchen, mit dem Ohr an der Belegschaft, die genau sehen, wo die Probleme liegen. Gemeinsam Lösungen und Konzepte zu entwickeln, welche stark mitgliederorientiert sind, kann uns nur nach vorne bringen“, beschreibt Natalie Mühlenfeld, Bezirksleiterin der IG BCE in Düsseldorf.

„Alle sind sich einig, dass es richtig klasse ist, dass wir fünf Anträge auf den Weg gebracht haben und inhaltlich neue Kolleginnen überzeugen konnten bei uns mit zu machen“, freuen sich Fenja Kasch, Betriebsrätin bei Bayer und Gudrun Beumann, ehemals Betriebsrätin bei Bayer. Beide sind langjährige Mitglieder des BFA Düsseldorf.

„Das Motto: Frauen. Macht. Zukunft. Zeigt, dass sich was dreht! Ist einfach motivierend! Es ist wie beim Fußball: Immer am Ball bleiben, auch wenn es mal nicht so einfach ist“, lacht Janine Baas, ebenfalls Betriebsrätin bei Henkel AG & Co. KGaA.

Karin Ideström, Betriebsrätin bei Stora Enso Paper GmbH und Iris Pfiffner, Projektmitarbeiterin im IG BCE Landesbezirk Nordrhein haben ein Lieblingsmotto: „Tue Gutes und rede darüber“. Der Antrag „Kompetenzentwicklung für gewerkschaftspolitische Kommunikation über das Internet, insbesondere Social-Media-Plattformen“, bezweckt genau das. „Gerade in unseren Strukturen ist es von hoher Bedeutung, neue Instrumente und Strategien der Kommunikation gezielt zu schulen und einzusetzen“, so Iris.

Der neu gewählte Bezirksfrauenausschuss freut sich auf die Zusammenarbeit und darauf, gemeinsam gesteckte Ziele zu erreichen! Denn:

„Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“.

(Willy Brandt SPD, 1969-1974 dt. Bundeskanzler)

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