1 Jahr Ausbildung unter Corona-Bedingungen

Auch in der dualen Ausbildung zeigt die Corona-Pandemie Schwachstellen auf - es gibt aber auch Positives

Jonathan Köhler (22) absolvierte bis Anfang des Jahres seine Ausbildung bei Bayer in Wuppertal als Biologielaborant und ist seit November 2020 gewählter Jugend- und Auszubildendenvertreter. Das gesamte letzte Jahr seiner Ausbildung fand unter den uns allen bekannten Pandemiebedingungen statt. Wir wollten von ihm wissen, wie er das Corona-Jahr 2020 erlebt hat und was sich dadurch in seiner Ausbildung verändert hat:

Privat

Jonathan Köhler, Mitglied des BJA Düsseldorf

Schon ein Jahr begleitet uns die Pandemie. Weißt du noch, wie die Situation ganz am Anfang deine Ausbildung beeinflusst hat?

Ja ich weiß noch ganz genau wie es ca. letztes Jahr um diese Zeit war. Von einem auf den anderen Tag wurden wir ins Homeoffice geschickt und mit Lernmaterialien versorgt. Ich hatte das Glück, dass ich einen Laptop zuhause hatte; andere Azubis mussten sich diese im Betrieb besorgen. Auf jeden Fall habe ich in den 2 Monaten Homeoffice, die ich damals machen musste, viel verpasst. Ich war zu der Zeit das letzte Mal in der Bayer-eigenen Bildungseinrichtung und habe somit viele praktische Methoden nur teilweise lernen können.

  

Im Vergleich damals und heute hat sich der Umgang mit Pandemie und Ausbildung verändert?

Ich bin seit Januar nicht mehr in der Ausbildung, aber was ich bis dahin mitbekommen habe war, dass trotz der hohen Inzidenzen mittlerweile wieder in der Bildungseinrichtung gearbeitet wird. Zum einen, weil die Ausbildungsinhalte nicht rein theoretisch vermittelt werden können, zum andern hat man mit Corona leben gelernt.

 

Gibt es auch Positives, das uns Corona gebracht hat? Oder sollte nach der Pandemie lieber alles zurück auf Anfang?

Zu den positiven Seiten gehört nach meiner Meinung ganz klar, dass die Digitalisierung sowohl in der Ausbildung als auch in den Betrieb massiv beschleunigt wurde. Auch finde ich es sehr gut als Ausgelernter vom Homeoffice profitieren zu können. Auf der anderen Seite vermisse ich es sehr mich mit meinen Kollegen in der Mittagspause zu unterhalten. Auch während meiner Ausbildung habe ich meine Mitazubis sehr vermisst, die man normalerweise über Strecken, Monate lang, jeden Tag sieht. Leider hat es mir aber auch gezeigt wie schlecht gerade die Berufsschulen ausgestattet und die Lehrer*innen auf Digitale „Anwendungen“ vorbereitet sind. Hier wünsche ich mir ganz klar den Unterricht vor Corona zurück.

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