Aktiven Netzwerk der IG BCE Düsseldorf am 28.1.2019

Wie digital sind wir schon?

Die IG BCE hat eine großangelegte Befragung zur Digitalisierung gestartet. Sie will von den Beschäftigten wissen, wie weit die digitale Technik schon an ihrem Arbeitsplatz angekommen ist. Betriebsräte der Region Düsseldorf, Neuss, Hilden und Wuppertal diskutieren das Thema kontrovers. Sie sehen Chancen, aber auch Risiken.

Stephan Petrat

Referent Mathias Heiden berichtet von aktuellen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung

Wie digital ist die Arbeit in unseren Betrieben? Und was kommt auf die Beschäftigten noch zu? Das will die IG BCE in einer großanlegten Umfrage unter den Beschäftigten ihrer Branchen wissen. Der IG-BCE-Bezirk Düsseldorf nahm diese jüngst gestartete Umfrage zum Anlass, um bei einer Veranstaltung in Hilden mit Betriebsräten und Vertrauensleuten über das Thema Digitalisierung zu diskutieren.

Dabei wurde klar: Schon jetzt hat die Digitalisierung die Betriebe erreicht, „und sie wird noch weitergehen“, sagte Manuel Bloemers, kommissarischer Leiter des IG-BCE-Bezirks Düsseldorf. Beispiel Smartphone: Beschäftigte sind rund um die Uhr erreichbar, eine E-Mail lässt sich schnell noch mal am späten Abend schreiben. Flexibilät biete natürlich auch Chancen, sagten Betriebsräte, etwa mehr Zeitsouveränität, um Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Es gebe aber eben auch Risiken. „Ich sehe die Gefahr, dass die Digitalisierung zu entgrenzten Arbeitszeiten führt“, sagte Anke Heinisch, Betriebsrätin bei BASF in Düsseldorf.

Die aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter machen sich auch Gedanken, wie verhindert werden kann, dass Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben von der neuen Technik abgehängt werden. „Was ist mit den Leuten in der Produktion?“, fragte Adolf Senk, Betriebsrat bei Henkel in Düsseldorf. Dort, wo noch mit der Hand gearbeitet wird, hätten die Beschäftigten nicht einmal Zugang zu einem Computer.

Mathias Heiden, Gewerkschaftssekretär in der Hauptverwaltung der IG BCE in Hannover, erklärte, worum es den Unternehmen bei der Digitalisierung im Kern geht: um neue Geschäftsmodelle. „Die Unternehmen fragen sich: Wie kann man mit den neuen Technologien Geld verdienen?“ Gewerkschaft, Betriebsräte und Beschäftigte bewegt aber eine andere Frage: „Es muss uns darum gehen, die Digitalisierung für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu nutzen“, sagt Gewerkschaftssekretär Heiden. Dabei soll die Umfrage dienen. Sie soll „die betriebliche Realität einfangen“ – und damit eine Grundlage bieten, um die Digitalisierung im Sinne der Beschäftigten zu gestalten.  

Alle Beschäftigten sind herzlich eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Das Ausfüllen des Fragebogens erfolgt online und dauert rund 20 Minuten. Hier die Website: www.monitor-digitalisierung.de

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